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    Er war wohl der prominenteste Gast, den Hirschau je beherbergte. Am 5. Februar 1960, heute vor genau 60 Jahren, erschien völlig unvermittelt Elvis Presley auf dem Marktplatz und später im Gasthaus Goldenes Lamm. Seine Fans waren außer sich.

    Ein kalter Wintertag. Lokalreporter Sepp Müller hielt sich in seiner Wohnung am Marktplatz auf. Jemand rief ihn: „Komm runter. Der Elvis ist da“. Müller kannte den zu diesem Zeitpunkt weltweit durch seine Rocksongs berühmt gewordenen Sänger und Schauspieler nicht. Aber er schnappte sich Kamera, Blitzlichtbirnen und einen kleinen Notizblock.

    Denn da, sagte Müller später einem Journalistenkollegen, sei wohl einer nach Hirschau gekommen, dessen Anwesenheit einen Bericht in der Amberger Zeitung erforderte. Was dann geschah, ist ein Stück Stadtgeschichte. Elvis Presley, der zu dieser Zeit bei der US-Armee diente und während des Manövers „Wintershield“ durch Teile der Oberpfalz unterwegs war, stand neben einem vom ihm gesteuerten Jeep am Marktplatz.

    „Er ist es wirklich“

    Immer mehr jugendliche Fans erschienen. Denn wie ein Lauffeuer hatte sich die Nachricht verbreitet: „Elvis ist in der Stadt.“ Erst als sie ihn sahen, wurde den Jungen und Mädchen deutlich: „Er ist es wirklich.“ Sie kannten und verehrten ihn, weil daheim in ihren Zimmern Platten wie „Blue Suede Shoes“, „Jailhouse Rock“ und „Lawdy Miss Clawdy“ lagen. Songs von einem, der die Musik revolutioniert hatte.

    Elvis Presley, laut einer Umfrage in den Vereinigten Staaten 1960 der weltweit bekannteste Name, nahm den Trubel gelassen hin. Er gab dem Reporter Sepp Müller ein Interview, schrieb zehn Autogramme auf dessen Notizblock, ließ Müllers Fotos zu, betrachtete dessen DKW-Oldtimer-Auto und lieferte sich höchst amüsiert eine Schneeballschlacht mit Hirschauer Fans. Noch immer sind Original-Unterschriften weltweit gesucht, die er in Hirschau auf Bierdeckel setzte.

    Die Dunkelheit an diesem 5. Februar 1960 war längst hereingebrochen, als sich das Geschehen in ein bis heute existierendes Gasthaus mit dem Namen Goldenes Lamm am westlichen Rand des Marktplatzes verlagerte. Presley, der auf das Eintreffen eines US-Militärkonvois wartete, ließ sich auf einem Holzstuhl nieder und strahlte, als seine Fans ins Lokal drängten.

    Er trank Coca-Cola, schrieb fleißig Autogramme und lehnte lächelnd ab, als man ihn bestürmte, doch etwas zu singen. Zu dieser Zeit waren Songs von ihm wie „All Shook Up“, „Don’t Be Cruel“ und „King Creole“ auf allen Kontinenten der Erde populär.

    Dann plötzlich war er fort – wieder eng eingebunden in das Manöver alliierter Truppenverbände. Doch Presley hinterließ Spuren, die auch heute noch deutlich sind: Unterschriften, Fotos und Fans, die ihm nahe kamen. Später sagte der unterdessen wie Elvis verstorbene Lokalreporter Sepp Müller: „Genau genommen war er ärmer als ich.“ Der Hirschauer lebte von eher bescheidenen Honoraren.

    „Dear Sepp“

    „Presley“, so der Journalist erläuternd, „besaß zwar Berge von Geld. Aber er konnte wegen seiner Popularität ohne Menschenauflauf nicht über die Straße gehen. Das ist wirkliche Armut.“ Nach seinem Aufenthalt in Hirschau und der Rückkehr in die Vereinigten Staaten schrieb Elvis einen Brief an „Dear Sepp“. Am unteren Rand stand: „Keep up the good work“, was so viel bedeutete wie „Mach‘ weiter so.“

    Sepp Müller hob ihn auf und vermachte das Schreiben seiner Tochter. Vor nicht allzu langer Zeit kam es in die Staatliche Bibliothek Regensburg. Schade, dass dieses Dokument nicht in den städtischen Besitz gelangte. Denn immerhin beherbergte Hirschau einen Mann, der als King of Rock and Roll noch zu Lebzeiten eine Legende wurde und es bis heute ist.

    Mehr noch: Als Elvis am 5. Februar 1960 in die Stadt kam, war er mit 25 Jahren bereits eine Kultfigur, die der Musik unserer Tage fortdauernde Impulse gegeben hatte. Mit einem später tragischen Ende. Presley starb am 16. August 1977 in seiner Villa Graceland.

    Auch in Amberg

    Anfang Februar 1960 war Elvis Presley auch in Amberg. Das genaue Datum ist unbekannt. Man weiß nur, dass er mit seinem Jeep am Maxplatz stand und dort den Verkehr für einen Konvoi regelte. Bilder davon sind nie aufgetaucht. Aber fest steht: Auch in Amberg liefen Fans zusammen, um ihr Idol zu sehen. Etliche eilten in ein Wirtshaus beim Vilstor, holten Bierdeckel und ließen den King of Rock and Roll darauf unterschreiben.

    Quelle: Onetz