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    Während einer schicksalhaften Session in den Sun Studios entdeckt Elvis den Rock’n’Roll: Bereits nach wenigen Monaten spricht das ganze Land vom weißen Jungen, der wie ein Schwarzer singt. Für Elvis und den Rock’n’Roll beginnt eine goldene Ära.

    Text: Helmut Radermacher

    Im Januar 1954 sang Elvis erneut zwei Balladen für den privaten Zweck ein, „I’ll Never Stand In Your Way“ und „(It Wouldn‘t Be The Same) Without You“. Das war zwar nicht das, was Sam Phillips für sein Label „Sun Records“ händeringend suchte, allerdings hielt er durchaus nach einem Weißen Ausschau, der wie ein Schwarzer klingt. Denn nur mit einem weißen Sänger konnte man damals richtig reich werden. Von Ruhm und Reichtum war Elvis mit den Balladen8044-6896I-300x242 zwar noch weit entfernt, doch Sam sah in Elvis das Potential, das ihn später zu einer Zusammenarbeit bewegen sollte.

    Bear Cat vs. Hound Dog

    Phillips war Geschäftsmann durch und durch. Gleich nach dem Flop seiner ersten Plattenfirma „The Phillips“ mit nur einer Veröffentlichung gründete er die nächste Firma: Sun Records. Bevor er Elvis unter Vertrag nahm, hatte er schon etwa 70 Lieder veröffentlicht und viele weitere bei sich in Memphis aufgenommen, um sie an andere Plattenfirmen weiterzureichen. So arbeitete er beispielsweise dem großen Chess-Label zu, bei dem er zuvor sein Gesellenstück abgelegt hatte: die Produktion „Rocket 88“, gesungen von Jackie Brenston und der Band von Ike Turner & The Rhythm Kings, die 1951 für fünf Wochen Platz 1 in den R&B-Charts gehalten hatte. Mitte 1953 brachte er den Song „Bear Cat“ von Rufus Thomas auf Platz 3 der R&B-Charts. Als Autor war dort Sam Phillips angegeben, in Wahrheit jedoch handelte es sich um eine Art Antwort-Song auf „Hound Dog“.

    Ärger war vorprogrammiert. Die Verfasser, Jerry Leiber und Mike Stoller, verklagten Sam, und dies war später einer der Gründe, warum er Elvis Presley abgeben musste. Elvis sollte 1956 eine eigene Version von „Hound Dog“ aufnehmen – mit riesigem Erfolg. Und auch Sam sollte später noch sehr groß werden, denn nach Elvis kamen Johnny Cash, Carl Perkins, Jerry Lee Lewis oder Roy Orbison zu ihm.

    Schwarzweiße Single

    Den weißen Jungen jedenfalls, der seine ersten Balladen bei ihm aufnahm, brachte Sam Phillips schnellstmöglich mit zwei Musikern zusammen, die mit ihrer Band Starlite Wranglers bereits eine Single bei Sun veröffentlicht hatten: Scotty Moore (Gitarre) und Bill Black (Bass) wurden von Sam gebeten, mit Elvis zu proben. Am 5. Juli 1954 spielte das Trio im Studio einige Balladen wie „Harbor Lights“ und „I Love You Because“. Sam war unzufrieden. In einer Pause alberten alle mit einem Blues-Song herum, den sie als Uptempo, fast schon als Rockabilly spielten. Sam rief: „Das ist es, was ich suche!“

    So entstand mit „That’s All Right“ der erste Song, der nach Elvis klang – wenngleich er im Original von Arthur Crudup war. Am nächsten Tag wurde noch die B-Seite „Blue Moon Of Kentucky“ aufgenommen, und fertig war die erste Elvis-Single, Kennziffer SUN 209. Die Platte war musikalisch in eine schwarze und eine weiße Seite aufgeteilt, also in eine Rock’n’Roll-Seite mit „That’s All Right“ und eine Country-Seite mit „Blue Moon Of Kentucky“. So hatten alle DJs ihr Lied, was sie den Hörern anbieten konnten. Es gab nun mal Rundfunkstationen, die nur Rhythm & Blues spielten, andere eben nur Pop und Country.

    Fahr lieber wieder LKW

    Obwohl vielen Sendern die A-Seite „That’s All Right“ zu schwarz war, spielte sie Dewey Phillips aus Memphis in seiner Sendung „Red Hot And Blue“. Die Hörer waren so begeistert, dass sie anriefen und mehrere Wiederholungen erreichten. Der erste Schritt war getan – es stellte sich heraus, dass diese Stimme faszinierte. Bereits wenige Tage darauf musste Elvis live auftreten, vorerst in Memphis, dann zunehmend im weiteren Umkreis.

    Am 30. Juli bekam Elvis in Memphis seinen ersten großen Live-Auftritt. Im Vorprogramm von Slim Whitman und Billy Walker sang er seine beiden Single-Seiten in der Overton Park Shell. Am 2. Oktober trat er erstmalig in der Grand Ole Opry in Nashville auf:PD86414_1_Web-300x300 Sein bis dahin größter Auftritt stieß beim dortigen, sehr konservativen Publikum auf wenig Resonanz. Jim Denny, Leiter der Opry, soll ihm geraten haben, nach Memphis zurückzugehen und wieder seinen Truck zu fahren. Elvis konnte sich trösten, auch Hank Williams war es so ergangen. Zumal er so die Chance bekam, bei der Konkurrenz zu unterschreiben: der Louisiana Hayride in Shreveport, wo er ganz groß rauskam und mehr als 50 Auftritte absolvierte.

    Für Sun geht die Sonne auf

    Bei Sun tat sich etwas: 1955 erreichte Elvis mit seiner vierten Single „Baby Let’s Play House“ / „I’m Left, You’re Right, She’s Gone“ erstmals die nationalen Country-Charts und landete immerhin auf Platz 5. Scotty Moore übernahm für kurze Zeit das Management, aber ihm fehlte die Professionalität und er kümmerte sich überwiegend ums Booking. So hielt der Musikagent und DJ Bob Neal ab Januar die Zügel in den Händen. Dieser konnte auch übers Radio für den jeweils nächsten Auftritt Werbungen verbreiten, zumindest, wenn es sich in der Gegend abspielte. Elvis spielte aber jetzt schon in Florida und Texas. Dort kannte man ihn, weil seine provokativ wirkenden Darbietungen aufhorchen ließen; die Jugend hatte er hinter sich, die Erwachsenen gegen sich. Jede Woche fuhr Elvis dorthin, jedes Mal wurde er mehr gefeiert.

    Inzwischen war Tom Parker auf Elvis aufmerksam geworden, seines Zeichens Manager von Top-Artists wie Eddy Arnold und Hank Snow – er sollte für Elvis zum Glücksfall werden. Keiner war gewiefter, Parker kannte alle Tricks. Und er konnte sogar Sam Phillips davon überzeugen, Elvis an eine große Plattenfirma zu verkaufen. Nachdem dann auch noch die nächste (und letzte) Sun-Single „I Forgot To Remember To Forget“ / „Mystery Train“ eine Nummer 1 bei den Country-Charts wurde, gab es kein Zurück mehr – Elvis unterschrieb am 21. November 1955 den neuen Vertrag mit dem Plattenriesen RCA (alle anderen großen Firmen hatten ebenfalls Angebote vorgelegt, aber nicht mit RCA mithalten können): 35.000 Dollar plus 5.000 Dollar Bonus, dazu die Gründung von zwei Musikverlagen (Gladys Music und Elvis Presley Music, die möglichst alle zukünftigen Lieder besitzen sollten) rundeten die bis dahin höchste Übernahme eines Künstlers ab.

    Quelle: Elvis.de/Helmut Radermacher